Wachsende Komplexität der Cloud

Die Cloud erfreut sich größter Beliebtheit. Ihr Potenzial wurde erkannt, ihr Leistungsspektrum wird immer weiter ausgebaut. Doch zusammen mit der wachsenden Fülle an Möglichkeiten, erhöht sich auch die Komplexität der Cloud. Wie man bei der Nutzung und dem Management der Datenwolke dennoch einen kühlen Kopf bewahrt, lesen Sie hier.

In einer von ScienceLogic durchgeführten Studie aus dem Jahr 2017 gaben lediglich 3% der Unternehmen an, dass sie nicht erwarten, in den nächsten Jahren Cloud-basierte Infrastruktur zu haben. Nicht verwunderlich, da das Angebot an Cloud-Dienstleistungen immer attraktiver wird und Unternehmen zunehmend das Potenzial der Wolke erkennen: Digitalisierung, Simplifizierung, Kosteneinsparungen, Flexibilität, Produktivität – die Liste der Vorteile ist lang.

Mehr Cloud-Services, mehr Komplexität der Cloud

Viele Cloud-Plattformen, wie Microsoft Azure, sind bereits sehr ausgereift, weshalb ihre Dienste immer intensiver genutzt werden. Bei der breiten Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten und Services der Cloud kann leicht der Überblick verloren gehen: dank Container-Technologien, Praktiken des Continuous Delivery und das Konzept der Infrastructure-as-Code können Cloud-Plattformen in immer mehr Szenarien eingesetzt werden. Viele Unternehmen nutzen sogar die sogenannte Multi-Cloud, also die Kombination verschiedener Dienste und Provider. Durch die Verbindung verschiedener Services entfaltet sich für viele Unternehmen das gesamte Potenzial der Cloud, wodurch die Möglichkeiten lokaler Lösungen in der Regel um ein Vielfaches übertroffen werden.

Zudem wächst die Zahl der auf dem Markt angebotenen SaaS-Applikationen täglich und damit der Bedarf, all diese unterschiedlichen Lösungen miteinander zu verbinden. Hinzu kommen verschärfte regulatorische Anforderungen, wie die kürzlich in Kraft getretene Europäische Datenschutz-Grundverordnung, die beispielsweise eine Dokumentation der Nutzung von Personendaten vorschreibt.

Komplexität der Cloud

Quelle: Gartner

Angesichts der gewachsenen Komplexität der Cloud können insbesondere mangelnde Fachkenntnis beim Cloud-Deployment, heterogene App-Landschaften, zunehmend hybride IT-Infrastrukturen, sowie zu wenig Monitoring und Kostenkontrolle der IT eines Unternehmens gefährlich werden. Da sich Anforderungen an die IT-Infrastruktur schnell ändern können und IT-Services immer flexibler zur Verfügung stehen, verlangt auch das Management der sich ständig weiter entwickelnden Cloud ein wenig Weitsicht. Manche Experten prophezeien gar eine „Komplexitätskrise“ der Cloud, wenn der genutzten Cloud-Struktur immer mehr Komponenten und User hinzugefügt werden. Ob man den pessimistischen Zukunftsaussichten der Datenwolke Glauben schenkt, oder nicht – bei wachsender Komplexität muss effektives Cloud Management sichergestellt werden.

Private, Public und Hybrid Cloud managen

Wer auf eine Private Cloud setzt, nutzt in Regel auch Management-Tools, um diese zu verwalten. In der Regel beinhalten alle Tools Funktionen zur Konfiguration des virtuellen Netzwerks, oder Provisioning per Self-Service. Um den Managementaufwand gering zu halten, sollten zusätzlich die Bereiche Problemdiagnose, Multi-Plattform-Unterstützung, Ressourcen-Monitoring, sowie Performance-Tracking durch das Tool abgedeckt werden. Darüber hinaus verlagern viele Public-Cloud-Nutzer die Applikations- und Interaktionslogistik hin zum Client, wodurch sich der Bedarf an Rechnerleistung im Backend-System minimiert.

Besonders unkompliziert ist in der Regel die Nutzung von Public-Cloud-Diensten, da die gesamte Cloud-Infrastruktur, also Hardware, Software, sowie unterstützende Ressourcen, durch den Provider verwaltet wird und Nutzer ganz simpel über das Internet auf die gebuchten Services zugreifen. Jedoch sollten sich angehende Public-Cloud-Nutzer darüber im Klaren sein, dass die 1:1 Migration vieler Legacy-Apps in die Cloud mit einem Public-Cloud-Anbieter womöglich nicht realisierbar ist, ihre Firmen-Softwarelandschaft also gegebenenfalls grundliegend umstrukturiert werden muss.

Für viele Unternehmen sind daher Hybrid-Cloud-Dienste die ideale Lösung, die die Vorteile von Public und Private Cloud verbinden. Während hybride Cloud-Strukturen genau so sicher wie Public Cloud-Dienste sind, ist ihre Bereitstellung meist viel einfacher. Bei dieser Variante, können besonders sensible Daten weiterhin auf den firmeneigenen Servern bleiben und andere Dienste in der Public Cloud ablaufen, wodurch der Managementaufwand minimiert wird – egal, wie stark die eigene Cloud-Nutzung in Zukunft wächst.

Angesichts einer wachsenden Fülle an Cloud-Services und ihrer Nutzer stellt sich eine zunehmende Komplexität der Cloud ein. Um den Überblick über Ressourcen und Kosten zu behalten und gleichzeitig den Managementaufwand niedrig zu halten, eignen sich insbesondere fortschrittliche Managementtools oder Hybrid-Cloud-Dienste.

 

Quellen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.