IT-Trends 2018

Künstliche Intelligenz, Maschinen, die eigenständig lernen, Virtuelle Realität – was vor wenigen Jahren noch schwer nach Science-Fiction klang, liegt mittlerweile im Bereich des Möglichen. Auch im kommenden Jahr darf man gespannt sein, welche neuen Entwicklungen die IT-Welt für User bereithält. Einen Überblick über einige der spannenden IT-Trends in diesem Jahr und darüber hinaus haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Die immer größere Rolle von Datenanalyse

Daten, Daten und noch mehr Daten. Sie sind die Grundlage jeder neuen Technologie und der Schlüssel zu optimalen Unternehmensprozessen. Einige Experten gehen sogar so weit, Daten schon bald als größten Wert für Unternehmen zu prognostizieren. Bis 2021 soll mindestens die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein. Doch wie lässt sich mit Daten Gewinn erzielen? Für Unternehmen spielen sie, abgesehen von der Prozessoptimierung, eine fundamentale Rolle bei der Produktentwicklung, dem Marketing oder der Weiterentwicklung ganzer Geschäftsmodelle.

Jedoch ist es aufgrund der Flut an Daten selbst für ein noch so großes Team an Analytikern schier unmöglich, essentielle Information aus den Datenströmen auch kleinerer Unternehmen zu filtern. Aus diesem Grund kommt Prozessen der digitalen Datenverarbeitung, wie Process Mining oder Deep Learning, eine immer größere Bedeutung zu.  Deep Learning beschreibt im Grunde die Fähigkeit von Maschinen, aus Beispielen zu lernen, etwa anhand von Bildern, Text oder akustischem Material. Diese Form des Machine-Learnings ist die Grundlage für Sprachsteuerung und erlaubt beispielsweise fahrerlosen Autos, einen Menschen von einer Straßenlaterne zu unterscheiden. Process Mining hingegen, auch bekannt als Automated Business Process Discovery (ABPD), hält digitale Spuren von Geschäftsprozessen fest, visualisiert diese und wertet sie dynamisch aus. Auf diese Weise können Prozesse umfassend nachvollzogen und ihre Effektivität maximiert werden. Solche digitalen Spuren entstehen bei jedem Schritt eines Prozesses in betriebswirtschaftlichen Systemen (z.B. Kundenanfrage, Überprüfung der Verfügbarkeit eines Produktes, Fakturierung, Kundenkorrespondenz etc.) und werden in einem Workflow-System festgehalten. Bernhard Kube, Leiter der Business Unit Technology Consulting und Quality Assurance bei Lufthansa Industry Solutions, ist sich sicher, dass Machine Learning flächendeckend auf dem Markt ankommen wird und bemerkt bereits heute eine starke Zunahme der Nachfrage an Process Mining.

Wachsende Strukturierung im Umgang mit Cloud Services

„2017 war das Jahr, in dem die Cloud-Technologie auf breiter Front Einzug in die Strategien der klassischen IT-Abteilungen gehalten hat. Dieser Trend wird sich 2018 fortsetzen“, so Bernhard Kube. Ein sehr prominentes Unternehmensbeispiel für umfassende Nutzung der „Wolke“ ist der Streaming-Anbieter Netflix – ob verteilte Datenbanken, die Verarbeitung und Analyse großer Daten oder die auf den individuellen Nutzer abgestimmten Empfehlungen – für jede diese Funktionen setzt Netflix auf die Cloud. Ohne sie wäre die nötige Skalierbarkeit nicht zu bewerkstelligen gewesen, so der Streaming-Dienst.

Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile der Cloud, im Gegenzug wächst durch die steigende Nachfrage auch die Anzahl der Cloud-Anbieter und -Services. Um den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden, gehen viele Cloud-Provider Partnerschaften ein und konsolidieren somit ihr Produktportfolio. Unternehmen profitieren von der großen Flexibilität und Agilität, die ihnen das riesige Portfolio von Cloud-Services bietet, sowie von der nutzungsbasierten Abrechnung von Diensten und der schier unendlichen Rechenleistung der Cloud.

Die extrem große Bandbreite an Services erfordert eine Orchestrierung, also die Einrichtung und Verwaltung von Cloud-Ressourcen. Das Management von Cloud-Ressourcen und die Integration von Ressourcen über multiple Cloud Plattformen wird entscheidend für die Leistungsfähigkeit einer IT-Organisation sein – Prognosen zufolge werden bis 2021 rund 90 Prozent der Unternehmen solche Dienste und Plattformen nutzen. Bei der Orchestrierung werden interne und externe Services optimal kombiniert, um eine möglichst agile IT-Infrastruktur zu schaffen. Sie erlaubt, Cloud-Infrastruktur auf wiederholbare, einheitliche Weise bereitzustellen. Die Orchestrierung sorgt für das Zusammenwirken der Anwendungsdaten und der Datenbestände, wohingegen deren Infrastruktur die Content-, Kontext- und Kontrollinformationen der Geschäftsprozesse steuert. Außerdem kann die Ausführung von Webservices definiert werden: ob sequenziell, parallel oder zeitabhängig. Insbesondere XaaS-Modelle, wie Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS) benötigen zur Provisionierung eine Cloud-Orchestrierung über mehrere Elemente hinweg. Im Zentrum steht immer die Benutzererfahrung und eine möglichst agile IT-Infrastruktur, zusätzlich werden die Betriebskosten der Unternehmen reduziert.

Ein weiterer Trend in der Cloud-Nutzung ist der Übergang von Private und Public Cloud zu hybriden Cloudstrukturen. „Um agil zu sein, werden Unternehmen verstärkt auf Hybrid Cloud setzen. Das heißt, Services aus multiplen Clouds zu beziehen – inklusive der eigenen – wird zum Standard“, so Johannes Wagmüller, Director Systems Engineering bei NetApp. Der Shift in Richtung hybrider Cloud-Strukturen macht sich auch in den steigenden Ausgaben für IaaS und PaaS bemerkbar: gaben Unternehmen weltweit für diese Dienste im Jahr 2017 noch 34,7 Milliarden US-Dollar aus, werden es im Jahr 2020 bereits geschätzte 83,2 Milliarden US-Dollar sein.

Insbesondere in Bezug auf die im Mai 2018 in Kraft tretende Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) wird Datenmanagement und deren Auditierbarkeit noch stärker in den Vordergrund rücken, weshalb viele Unternehmen auf einen zuverlässigen Cloud-Provider setzen, um die strengen Richtlinien einzuhalten, anstatt an einer Private Cloud festzuhalten.

Dauerbrenner unter den IT-Trends: Sicherheit

Auch in den nächsten Jahren wird Cyber-Security ein Sorgenkind vieler Unternehmer bleiben. Durch das Aufkommen neuer Technologien sowie der flächendeckenden Implementierung von Cloud-Diensten bietet sich mehr Angriffsfläche für Cyber-Angriffe denn je. So rechnet das Marktforschungsunternehmen Gartner für die kommenden Jahre damit, dass Sicherheitslücken im Internet der Dinge und in Connected Devices verstärkt zutage treten werden, wodurch Unternehmen mehr in IT-Security investieren werden müssen. Laut Lynn Kristin Thorenz, Director Research and Consulting bei IDC Deutschland, werden bis 2019 rund 75 Prozent der CIOs ihre Cyber Security rund um Authentifizierung und Trust neu ausrichten, um somit ihr Risikomanagement besser zu schützen. Denn die relativ offenen Systeme, durch die Partner, Lieferanten und Kunden zusammenwirken, erfordern permanentes Monitoring, sowie Analyse von Aktivitäten und letztlich, falls erforderlich, schnelle Reaktionen. Wurden durch Erpresser-Software im Jahr 2015 noch Schäden in Höhe von 325 Millionen Dollar verursacht, waren es 2017 bereits 5 Milliarden Dollar. Folglich sollen für die nahe Zukunft die Ausgaben für IT-Sicherheit immens steigen: laut Fidelis Cybersecurity von derzeit rund 85 Milliarden Dollar weltweit auf ca. 102 Milliarden Dollar im Jahr 2020.

 

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