Was ist eine Hybrid Cloud?

Bei einer Hybrid Cloud werden beide Cloud-Konzepte miteinander verbunden – die Public Cloud und die Private Cloud. Daten oder Programme können über beide Varianten bereitgestellt werden. Dieses Konzept der Cloudbereitstellung schafft eine höhere Flexibilität und verbindet die Vorteile beider Welten. Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, die Vorteile beider Konzepte für sich zu nutzen und so auch datenschutz- und sicherheitsrelevante Richtlinien optimal in der Cloud umsetzen und einhalten zu können. Alle nicht vertraulichen Daten können flexibel in der öffentlichen Cloud gespeichert werden und kritische Anwendungen, die für Geschäftsprozesse im Unternehmen zentral sind, werden geschützt.
Hybrid Cloud

Die Private Cloud – der erste Teil der Hybrid Cloud

Die Private Cloud ist für alle Daten und Anwendungen geeignet, welche ein hohes Bedürfnis an Sicherheit, Kontrolle und Schutz bedürfen. So befinden sich in dieser Cloud Daten, welche für interne Mitarbeiter oder bestimmte Personengruppen im Unternehmen zugänglich sein sollen. Der Zugang erfolgt meist über VPN oder ein abgeschlossenes Intranet.
Häufig wird sie auf firmeneigenen Rechnern gehostet, es besteht aber auch die Möglichkeit des Hostings bei externen Anbietern. Alle Maßgaben, wie Speicher- und Netzwerkkapazitäten, richten sich nach den Erfordernissen des Unternehmens. Das Einhalten von hohen Ansprüchen an den Datenschutz und die Datensicherheit oder branchenspezifischen Regelungen kann in der Private Cloud viel einfacher, als bei einem öffentlichen Speicher kontrolliert und gesteuert werden. Insgesamt lässt sich in der Private Cloud von der Datenspeicherung, bis hin zur IT-Infrastruktur alles optimal auf die Anforderungen des Unternehmens individualisieren und anpassen.

Die Public Cloud – der zweite Teil der Hybrid Cloud

Eine Public Cloud oder öffentliche Cloud bietet Dienste frei zugänglich über das Internet an. Einige sehr bekannte Beispiele hierfür sind Anwendungen wie Google Docs oder Webmailer. Im Gegensatz zur Private Cloud werden hier die Ressourcen für die Dienste allerdings nicht vom jeweiligen Unternehmen verwaltet, sondern ein Cloud Service Provider stellt Anwendungen, IT-Infrastruktur oder sogar ganze Computing-Plattformen zur Verfügung. Öffentliche Clouds können rasch bereitgestellt werden und bieten Unternehmen und Endnutzern typische Cloud-spezifische Vorteile. Dazu gehören neben einer beliebigen skalierbaren IT-Infrastruktur oft auch wartungs- und installationsfreie Anwendungen, z.B. nach dem Software-as-a-Service-Modell. Die Vorteile der Public Cloud sind vielfältig, wie z.B. die schnelle Bereitstellung von Instanzen, die hohe und schnelle Verfügbarkeit, die Skalierbarkeit, die hohe geografische Verbreitung aus einer Hand sowie im monetären Bereich. Die Public Cloud erzeugt in der Regel geringere Setup- und laufende Kosten für Unternehmen – neben den bereits erwähnten Kosteneinsparungen in Bezug auf Wartung und Softwareupdates. Des Weiteren werden bei vielen Public-Cloud-Angeboten auch nur Leistungen abgerechnet, die tatsächlich vom Unternehmen genutzt wurden. Zusätzliche Einrichtungen bei Mandanten, wie die eines VPN-Tunnels, sind ebenfalls nicht notwendig.

Vor- und Nachteile der Hybrid Cloud

Hybrid Cloud - Vor- und Nachteile

Bei einer Hybrid Cloud werden die Private Cloud und die Public Cloud kumuliert genutzt. So lassen sich die Vorteile der Public Cloud, die vor allem in den kostengünstigen Modellen und hoher Flexibilität zu sehen sind, mit den Bedürfnissen an Datensicherheit und Datenschutz kombinieren, welche sich wiederrum nur bei der Private Cloud umsetzen lassen.
Bei der Hybrid Cloud werden Abläufe, Applikationen, Daten im Allgemeinen uvm. in datenschutzkritische Aspekte sowie weniger kritische Workflows getrennt und entsprechend der öffentlichen oder privaten Cloud zugewiesen. Daten oder Anwendungen können konkret klassifiziert werden. Das, was nur einem definierten Nutzerkreis zugänglich sein soll, wird mit entsprechenden Zugriffsrechten versehen – geschützt durch eine Firewall. Verschiedene Stufen des Schutzes oder der öffentlichen Zugänglichkeit sind ebenso denkbar, wie das genaue Spezifizieren von Nutzerkreisen im Unternehmen oder außerhalb der Organisation. Zudem kann der Status auch einfach wieder verändert werden, etwa wenn ehemals vom Unternehmen verwaltete Ressourcen dann doch einfacher über das Internet zugänglich gemacht werden sollen.
Als Nachteil muss aber auch betrachtet werden, dass ein Hybrid Cloud Modell die interne Komplexität der IT-Infrastruktur steigert und dessen Management bzw. die Orchestrierung aufwendiger macht. Somit entstehen Unternehmen höhere Kosten in der Verwaltung. Schon die bewusste Entscheidung, welche Daten und Anwendungen der jeweiligen Cloud zugewiesen werden soll, kann viele Unternehmen vor Herausforderungen stellen. Häufig hakt es beim Sicherheitskonzept, viele Geschäftsprozesse werden nicht genau analysiert. So besteht zusätzlich die Gefahr, dass Daten etc. im falschen Modell gespeichert werden.

Fazit zur Hybrid Cloud

Privat oder Public – diese Entscheidung machen sich Unternehmen nicht immer leicht. Eine Hybrid Cloud verbindet beides miteinander und ermöglicht Unternehmen mehr Flexibilität bei der Verwaltung der eigenen Daten und Anwendungen. Unternehmen müssen sich vorher nur bewusst machen, dass dieses Modell auch Sicherheitskonzepte erfordert.

 

 

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