Internet der Dinge – ein kurzer Einblick

Vom Kühlschrank, der selbst neue Milch bestellt, wenn Sie zur Neige geht, bis zur Katzenklappe, die das Gesicht der Tiere scannt und nur die eigene ins Haus lässt. Im Grunde bedeutet Internet der Dinge (engl. ‚Internet of Things‘ oder auch ‚Allesnetz‘) nichts anderes als die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet. Einige kennen das zum Beispiel bereits vom Fitnesstracker, der Kalorienverbrauch, Entfernung und Geschwindigkeit misst, auswertet und die Info auf das Smartphone weiterschickt. Genau das ist das Ziel des IoT: Informationen aus der realen Welt zu erfassen, miteinander zu verknüpfen und in einem technischen System verfügbar zu machen.

Dinge haben eine Vielzahl von Zuständen, etwa Temperatur, Position, Füllmenge etc., die aber einem Netzwerk normalerweise nicht bekannt sind. Stellen reale Gegenstände diese Information nun zur Verfügung, können über das Netzwerk viele Gegenstände vernetzt werden und in gewisser Weise durch Informationsaustausch miteinander kommunizieren. Die Vernetzung erlaubt es ihnen, gegenseitig einen Status abzufragen und zu vergleichen, um diese Informationen anderer Gegenstände in einen Prozess einfließen zu lassen. Ein weiteres bekanntes Beispiel hierfür ist die Nachverfolgung von Paketen. Von der Bestellung durch den Kunden über die Zusammenstellung der Lieferung bis zur genauen Nachverfolgung des Standorts, können Kunden den Status ihres Paketes in Echtzeit nachvollziehen und die am Prozess beteiligten Systeme können ihre Arbeitsschritte mit dem vorgeschalteten Systempartner abstimmen. Während Internetnutzer in der Regel bewusst im Internet surfen, soll das Internet der Dinge ein unbemerkter Begleiter sein. Intuitiv und nahtlos soll die Technologie mit der realen Welt verschmelzen, was natürlich dem Nutzererlebnis und der Effizienz zugutekommen würde.

Kurzum: Ziel von IoT ist es, Informationslücken zwischen realer und virtueller Welt zu schließen.

Wofür das Allesnetz?

Internet der Dinge im Gesundheitswesen

Wofür wird dieser immense Aufwand betrieben, alle möglichen Dinge mit Sensoren auszustatten und zu vernetzen? Hat das Datensammeln am Ende nur die Absicht, das Kaufverhalten der Nutzer anzukurbeln? Klar, durch die Nutzung von IoT-Technologien können Unternehmen sehr hohe Gewinne generieren. McKinsey schätzt den wirtschaftlichen Mehrwert im Jahr 2025 auf ganze 11,1 Billionen Dollar weltweit.

Doch nicht nur Wirtschaftsprozesse können durch das Allesnetz optimiert werden. So wird beispielsweise die Gesundheitsversorgung durch das Internet der Dinge auf eine völlig neue Stufe gestellt. Unauffällige Sensoren können permanent Werte wie Blutdruck und -zucker oder Entzündungswerte messen und weiterleiten. Somit haben Ärzte den Gesundheitszustand ihrer Patienten immer im Blick, sogar ohne anwesend zu sein bzw. ohne Messungen oder Tests durchzuführen. Für die fernere Zukunft wird sogar an Technologien wie „Smart-Pillen“ geforscht, welche, nach erfolgter Einnahme im Körper feststellen können, welche Wirkstoffe gebraucht und daher freigegeben werden und welche nicht. Eine andere Vision sind injizierbare Nanoroboter, die beispielsweise Arterien reinigen und Krebsgeschwüre aufspüren können sollen.

Das Internet der Dinge zu Hause

Wäre es nicht schön, wenn sich die Wäsche von alleine bügeln und der Fußboden vom Roboter gewischt werden würde? Im Heimbereich sollen mit dem Allesnetz vor allem Alltagsaufgaben automatisiert und Ressourcen eingespart werden. So taxieren Experten für 2025 den Aufwand für Tätigkeiten wie Putzen, Einkaufen und Kochen weltweit auf jährlich 23 Billionen Dollar. Die Summe könnte Schätzungen zufolge durch Automatisierung um 17 Prozent reduziert werden. Auch könnten die Geräte lernen, ihre Tätigkeiten an die Lebensgewohnheiten der Menschen anzupassen und so beispielsweise Hausarbeit zu erledigen, wenn die Bewohner in der Schule oder Arbeit sind.

Sensoren im Haus können auch helfen, Energie zu sparen, indem smarte Thermostate beispielsweise die Raumtemperatur nach Bedarf regeln, oder Haushaltsgeräte ihre Tätigkeit den täglichen Schwankungen der Strompreise anpassen.

Die Stadt und das Internet of Things

Durch die wachsende Weltbevölkerung stehen insbesondere Ballungszentren großen Herausforderungen gegenüber. Laut Schätzungen werden 2025 etwa 4,7 Milliarden Menschen in Städten leben, also rund 60 Prozent der Weltbevölkerung. All diese Menschen müssen mit Nahrung, Wasser und Konsumgütern versorgt werden. Der Energieverbrauch in großen Städten ist immens und die Umwelt leidet unter Verschmutzung sowie Abgasemissionen. Um Versorgungsprozesse und Transport effizienter zu machen, nutzen schon jetzt einige Großstädte Internet of Things-Technologien. So können beispielsweise Sensoren helfen, Luft- und Wasserqualität zu messen und Alarm schlagen, sobald Grenzwerte überschritten werden. Intelligente Verkehrssteuerungssysteme können Verkehrsflüsse beobachten, etwa um Staus zu vermeiden bzw. Ressourcen wie Wasser und Strom lassen sich nachhaltiger sowie effizienter transportieren und verteilen.

Dies sind nur einige der zahllosen Neuerungen, die mit IoT erreicht werden können. Unternehmen haben längst das Potenzial des Internets der Dinge entdeckt und fast alle konnten, laut einer aktuellen Studie von Computerwoche und CIO, bereits Mehrwerte durch IoT-Projekte feststellen (95%). Das größte Hemmnis bei der Umsetzung von Allesnetz-Projekten in Unternehmen sind Sicherheitsbedenken. 44% der Befragten fürchten eine Zunahme an Hackerangriffen und sorgen sich um Themen wie Daten- und Betriebssicherheit.

Nahezu alles soll mit allem verbunden werden, so die zu Ende gesponnene Vision. Wie weit sich das Internet der Dinge tatsächlich ausbreiten wird, bleibt abzuwarten. Jedoch stimmt mit Sicherheit selbst der größte Technik-Skeptiker zu, dass solche Technologien weiterverfolgt werden müssen, die das Potenzial haben, Verkehrsunfälle zu vermeiden oder Tumore frühzeitig zu erkennen, oder uns helfen, sorgsamer mit der Umwelt umzugehen.

 

Quellen:

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